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  • 21. August 2008, 21:31, NZZ Online

    Die IKB – wo unabhängiger Rat not tat

    Die IKB – wo unabhängiger Rat not tat

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    pra. (Berlin) Die Summe von rund 10 Mrd. €, die in den letzten zwölf Monaten zur Rettung der kleinen deutschen Kreditbank IKB aufgewendet wurde, ist atemberaubend. Der Chef der Staatsbank KfW, die trotz dem Minderheitsanteil von 38% den Löwenanteil von 8 Mrd. € übernommen hatte, rechtfertigte den Einsatz, indem er die Lage, die Risiken und die Kosten, welch dadurch vom Land abgewendet worden seien, in den dramatischsten Farben zeichnete. Die mit ihren 1800 Mitarbeitern und der Bilanzsumme von 50 Mrd. € kleine Bank, von der die meisten Bundesbürger wohl noch nie gehört haben, soll eine derart zentrale Rolle im Finanzsystem spielen, dass ihr Kollaps eine Finanzkrise noch viel grösseren Ausmasses ausgelöst hätte? Man reibt sich die Augen und bleibt skeptisch. Allerdings, so genau weiss das niemand. Und genau damit rechtfertigen sich die Regierungspolitiker, die letztlich die Verantwortung für die zur Rettung eingesetzten Steuergelder trugen. Das Debakel der IKB macht das systemische Ungleichgewicht zwischen den Politikern mit der Haushaltverantwortung und den Finanzexperten mit der notwendigen Sachkompetenz deutlich. Letztere wollen primär ihre Risiken auf die Allgemeinheit abwälzen. Doch wie soll ein Politiker Nein sagen, wenn ihm die Experten mit dem Kollaps des gesamten Finanzsystems drohen? Er weiss es ja nicht besser. Unabhängiger Rat tut not. Eine Lehre aus der Finanzkrise könnte sein, die unabhängige Expertise und die Abläufe zur Beurteilung und Bewältigung künftiger Bankenkrisen zu überdenken und zu verbessern.

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