Donnerstag, 20. November 2008, 19:50:27 Uhr, NZZ Online
S. B. Es hat für einen Eintrag im Guinness-Buch der Rekorde gereicht: Am 17. Juni 2008 wurde die neue Version 3 des Browsers Firefox innerhalb von 24 Stunden 8 002 530 Mal heruntergeladen. Diese Software ist gratis in zahlreichen Sprachen für Windows, Mac-OS und Linux verfügbar. Laut Medienmitteilung der Mozilla Corp., die als Tochter der nichtprofitorientierten Mozilla Foundation und mit Google als wichtigstem Sponsor für Entwicklung und Marketing von Firefox zuständig ist, hat diese überarbeitete Software mehr als 15 000 Verbesserungen zu bieten.
Der Installationsprozess dauert wenige Sekunden. Lesezeichen, Cookies und Erweiterungen von älteren Firefox-Installationen bleiben erhalten. Die wichtigsten Verbesserungen betreffen die Speicherverwaltung und die Verarbeitungsgeschwindigkeit. Firefox scheint agiler und schneller geworden zu sein, ein subjektiver Eindruck, der sich beispielsweise mit «Webmonkey's Browser Stopwatch» bestätigen lässt. Zahlreiche wichtige Neuerungen betreffen die Datensicherheit: Das Programm hilft mit, Sites, die einem Schadcode unterjubeln oder persönliche Informationen entlocken wollen, zu enttarnen.
Firefox war der erste Web-Browser, der es ermöglichte, in einem einzigen Fenster eine grössere Zahl von Web-Seiten gleichzeitig geöffnet zu halten und mittels sogenannter «Tabs» (Registerreiter) zu verwalten. Der Umgang mit diesen Registerreitern wurde vereinfacht. Auch das Setzen von Lesezeichen ist simpler geworden. Den Lesezeichen können Stichwörter («Tags») zugeordnet werden, so dass thematische ähnliche Lesezeichen rasch entdeckt werden können. Der Funktionsumfang des Browsers lässt sich mittels Zusatzprogrämmchen erweitern. Eine grosse und engagierte Gemeinde von Entwicklern hat mehr als 5000 solcher «Add-ons» geschaffen.
Die Sache mit dem Guinness-Buch ist ein Marketing-Gag. Aber Firefox ist auf Marketing angewiesen, denn anders als die Konkurrenz kann Mozilla sich nicht auf die Faulheit der Leute verlassen, die sich zufriedengeben mit dem Browser, der zusammen mit dem Betriebssystem ausgeliefert wird. Diese Faulheit stellt laut einer Studie von ETH-Informatikern ein Sicherheitsrisiko dar. 52,5 Prozent der Benutzer des Microsoft- Internet-Explorers verwenden eine veraltete Version. Um aber gegen Bedrohungen aus dem Web geschützt zu sein, müssten Web-Surfer darauf achten, ihre Browser stets auf den neusten Stand zu bringen. Es gibt laut der ETH-Studie weltweit mehr als 600 Millionen Menschen, die mit einem antiquierten und deshalb unsicheren Browser unterwegs sind. Die Forscher empfehlen deshalb ein «Verfallsdatum» für Web-Software. Beim Firefox 3.0 ist Faulheit kein Sicherheitsrisiko: Die Software kann so konfiguriert werden, dass sie sich selber auf den neuesten Stand bringt.
Verfallsdatum:
Webbrowser
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