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  • 9. Juli 2008, Neue Zürcher Zeitung

    Von filigran bis kräftig

    Von filigran bis kräftig

    Schlusskonzert des Internationalen Opernstudios

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    Thomas Baltensweiler

    Zu den sympathischen Einrichtungen des Opernhauses Zürich zählt es, dass die Mitglieder des Internationalen Opernstudios, die während der Spielzeit auf der grossen Bühne meist nur in Nebenrollen zu erleben sind, ein Schlusskonzert geben können, bei welchem sie im Zentrum stehen. Weniger sympathisch eingerichtet erschien freilich der Abend selber.

    Der unpräzise Beitrag der von Thomas Barthel dirigierten Sinfonietta Basel wurde der Bedeutung, die der Anlass für die jungen Sängerinnen und Sänger haben dürfte, nicht gerecht, und die szenische Gestaltung durch Gudrun Hartmann war weithin problematisch. Den jeweils Vortragenden gesellten sich immer wieder ihre Kolleginnen und Kollegen zu, die Gudrun Hartmann mit irgendwelchen unnötigen Verrichtungen beschäftigte. Das lenkte ab von den Gesangsdarbietungen und führte in musikalischer Hinsicht die Idee eines solchen Schlusskonzerts ad absurdum. Oder ging es darum, die Absolventen des Opernstudios darauf vorzubereiten, dass sie in späteren Aufführungen leider auch immer wieder Dinge würden tun müssen, die eigentlich sinnlos sind?

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    Trotz allem blieben einige erfreuliche Leistungen im Gedächtnis. Angela Kerrison und Hélène Couture setzten gleich am Anfang, in «Die Tauben von San Marco» aus Strauss' «Eine Nacht in Venedig», einen Massstab, was das kultivierte Singen im Duett betrifft, und auch einzeln profilierten sich die beiden im Verlauf des Programms. In der Auftrittsarie von Massenets «Manon» liess Angela Kerrison mit einem biegsamen, charakteristisch timbrierten Sopran alle Farben des naiven Entzückens und der Koketterie funkeln, und dass sie die Intervallsprünge mit Leichtigkeit nahm, verstärkte noch diese Wirkung. Hélène Coutures Mezzosopran überzeugte in Ravels «L'heure espagnole» mit einer geschmeidigen Linienzeichnung. In einer Arie aus Haydns «L'anima del filosofo» avancierte Kim Sheehan mit kräftigem Sopran und einer starken Bühnenpräsenz zu einer Favoritin des Publikums. Andrew Ashwin, von der Deutschen Oper Berlin unter Vertrag genommen, stellte in einem Ausschnitt aus Hermann Goetz' «Der Widerspenstigen Zähmung» (zusammen mit der prägnant phrasierenden Rahel Lichdi) seine gestalterische Wandlungsfähigkeit unter Beweis und vermochte im Ständchen aus «Don Giovanni» selbst das Filigrane noch zu nuancieren – grossartig!

    Opernhaus Zürich, 7. Juli.
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