Donnerstag, 20. November 2008, 18:21:09 Uhr, NZZ Online
am. Eine Untersuchung zum Reiseverhalten der Schweizer Bevölkerung, die vom Institut für Öffentliche Dienstleistungen und Tourismus der Universität St. Gallen durchgeführt wurde, ist für Kuoni in verschiedener Hinsicht «good news». Nicht nur sind die Schweizer laut der Studie konjunkturell bedingt wieder deutlich reisefreudiger geworden (88% der Bevölkerung haben 2007 mindestens eine private Reise mit einer Übernachtung unternommen, 11% mehr als bei der letzten Befragung 2004), sie scheinen sich dabei auch etwa so zu verhalten, wie es sich der Reisekonzern bei der Erarbeitung seiner neuen Strategie (u. a. stärkere Positionierung von Kuoni als Premium-Marke, Vergünstigung der Angebote von Helvetic Tours) vorgestellt hat. Laut der Untersuchung wächst vor allem die Nachfrage nach hochklassigen Hotels. Ein Viertel aller Reisenden haben 2007 in einem Vier- oder Fünf-Stern-Hotel übernachtet, 7% mehr als im Jahr 2004. Aber auch Ein-Stern-Hotels (+3%) konnten zulegen, im Gegensatz zur Mittelklasse (–5%). Nachzulesen ist auch, dass Schweizer mehr denn je mit dem Ziel verreisen, sich verwöhnen zu lassen und etwas Aussergewöhnliches zu erleben – zwei Elemente, die Kuoni ebenfalls stärker gewichtet. Raum für geschäftliche Hoffnungen müsste eigentlich auch die Feststellung bieten, dass 70% aller Reisen immer noch selbständig, ohne Reiseveranstalter, organisiert werden. Laut den Autoren suchen die Direkt-Bucher allerdings vor allem Flexibilität bis zum letzten Moment. Dies anzubieten, dürfte für Reiseveranstalter nicht einfach sein.
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