Donnerstag, 21. August 2008, 23:37:22 Uhr, NZZ Online
Schweiz unterzeichnet in Indien Vertrag zum Emissionshandel
(sda) Calmy-Rey hält sich seit Sonntagabend zu einem Staatsbesuch in Indien auf. Mit dem Emissionszertifikat will das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) seinen eigenen CO2-Ausstoss in der Zentrale in Bern kompensieren.
Das EDA schätzt, dass es in Bern jährlich 5000 bis 6000 Tonnen CO2 in die Atmosphäre entlässt. Insgesamt arbeiten in Bern rund 1230 Personen für das EDA, davon 453 für die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (Deza). Der Vertrag hat eine Dauer von drei Jahren und kostet rund 650'000 Franken, wie der Chef des Schweizer Deza-Kooperationsbüros in Indien, François Binder, vor den Medien sagte.
Die Schweiz kauft das Emissionszertifikat von einer Anlage im südindischen Malavalli, die Energie aus Biomasse produziert. Die Anlage wurde als erste mit dem «golden standard» der gleichnamigen Stiftung mit Sitz in Basel ausgezeichnet. Die Stiftung prämiert Projekte für erneuerbare Energie.
Zuvor hatte Calmy-Rey den Luzerner Solarmobil-Pionier Louis Palmer getroffen, der im Juli mit seinem «Solartaxi» zu einer Weltreise aufgebrochen war. Calmy-Rey begrüsste Palmers Projekt: «Es ist notwendig, die Menschen verstärkt auf den Klimawandel aufmerksam zu machen.»
Die Bundespräsidentin nahm auf dem Beifahrersitz des «Solartaxis» Platz für eine Probefahrt. «Das nächste Mal fahre ich», sagte eine gut gelaunte Calmy-Rey beim Aussteigen. Palmers Abenteuer dauert noch rund ein Jahr. Rund 50'000 Kilometer will er mit Solarkraft zurücklegen. Nächste Etappe ist Bali, wo Palmer im Dezember auf Einladung der Uno an der Weltklimakonferenz teilnimmt.
In Neu Delhi sprach Calmy-Rey am Montag auch zur Eröffnung der 4. Föderalismus-Konferenz. Sie warnte, dass mit der Globalisierung Risiken und Probleme einzelner Länder exportiert werden könnten. Die Schweizer Bundespräsidentin forderte eine bessere Zusammenarbeit internationaler Organisationen bei der Bewältigung von Krisen. Die Konferenz dauert bis Mittwoch. Die Schweiz ist Mitglied des aus 25 Ländern bestehenden «Forum of Federations» (Forum der Bundesstaaten), das die Konferenzen organisiert.
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Schwieriger Start
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