Donnerstag, 20. November 2008, 17:48:25 Uhr, NZZ Online
Bundesamt will alternative Energien in der Landwirtschaft fördern
(sda) Immer mehr Schweizer Landwirte setzen auf nachhaltige Energie, die aus Hofdünger, Abfall- und Reststoffen gewonnen wird. Dass das ökonomisch und ökologisch sinnvoll sein kann, hat das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) am Freitag an einer Medienfahrt demonstriert. In jüngster Zeit investiert die Landwirtschaft insbesondere in Photovoltaik-Anlagen. Im laufenden Jahr seien bereits rund 100 Gesuche für Unterstützung mit einer Investitionssumme von gut 11 Millionen Franken bewilligt worden, teilte das BLW mit.
Das Bundesamt hat gemäss Landwirtschaftsgesetzgebung die Möglichkeit, Anlagen zur Produktion von erneuerbarer Energie mit zinslosen Darlehen zu fördern. Unterstützt werden hauptsächlich Biogas- und Wärmeverbundanlagen. Zudem können Photovoltaik-, Wasserkraft- und Windkraftanlagen gefördert werden.
Gleichzeitig ist das BLW bestrebt, mit Forschungsbeiträgen und Beratung von Landwirten die eingesetzten Technologien laufend zu verbessern. Zudem engagiert sich das BLW auf der Ebene des Bundes an der Erarbeitung einer übergeordneten Biomasse-Strategie, die Grundsätze zur nachhaltigen Nutzung von Biomasse auflisten soll.
Grundsätzlich erachtet es das BLW als sinnvoll, wenn Hofdünger, landwirtschaftliche Abfall- und Reststoffe sowie Holz und übrige, nicht für die Nahrungsmittelproduktion genutzte Biomasse dazu verwendet werden, Treibstoff, Wärme und Strom herzustellen. Dagegen setzt das BLW hinter den grossflächigen Anbau von Biomasse für die Produktion von Bioenergie ein grosses Fragezeichen. Denn in der Schweiz sei die landwirtschaftliche Nutzfläche beschränkt. Für das Bundesamt ist klar, dass durch die stark steigenden Energiepreise und die Herausforderung, die versiegenden fossilen Energieträger zu ersetzen, die nachhaltige Energieproduktion ins Zentrum der energiepolitischen Bestrebungen rücken.
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