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Mittwoch, 09. Juli 2008, 13:23:50 Uhr, NZZ Online
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Buchrezensionen
9. Juli 2008, Neue Zürcher Zeitung
Passion und Pathos
«Liebe, Lüge, Libertinage» – ein Essayband von Pia Reinacher
In ihrem Roman «Animal triste» erzählt Monika Maron die Geschichte einer Frau, die sich in einen Mann verliebt. Sie hat der Liebe längst abgeschworen, altershalber und enttäuschungsbedingt; er ist verheiratet. Auf den Einfall der Liebe war sie nicht gefasst, und
...
9. Juli 2008, Neue Zürcher Zeitung
Einübung ins Verbindende
Der Briefwechsel zwischen Peter Handke und Alfred Kolleritsch
Lässt sich mehr über Freundschaften sagen, als die Korrespondenzen es tun, die zu ihrer Ehre geführt werden? «Schöne Briefe schreibst Du immer», lobt Peter Handke Alfred Kolleritsch, «Du klagst viel, aber es liest sich angenehm.» Die gewählte Verkehrsform der Zuneigung
...
9. Juli 2008, Neue Zürcher Zeitung
Mobilisierte Forschung
Ein Handbuch zu den «völkischen Wissenschaften» im Nationalsozialismus
Das historische Buch Zehn Jahre ist es her, dass auf dem 42. Deutschen Historikertag in Frankfurt am Main die Rolle der Geschichtswissenschaft im Nationalsozialismus zu einem heiss und bisweilen polemisch diskutierten Thema wurde. Hatten sich nicht, so wurde erstmals innerhalb
...
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9. Juli 2008, Neue Zürcher Zeitung
Rivalität und Gewalt sind ansteckend
René Girards kulturanthropologischer Blick auf Clausewitz
In seinem neuesten Buch, «Achever Clausewitz», entwickelt René Girard keine neuen Thesen. Er richtet seinen kulturanthropologischen Blick auf einen weiteren Gegenstand: auf Clausewitz' Schrift «Vom Kriege» (veröffentlicht 1832/34) – und versucht, von ihr ausgehend, das deutsch-französische Verhältnis der letzten zwei
...
9. Juli 2008, Neue Zürcher Zeitung
Koreanisches Trauma
LL. Literarische Vergangenheitsbewältigung kann wie die psychologische auch die Formen einer Obsession annehmen. Das ist bei der zeitgenössischen koreanischen Literatur gelegentlich der Fall. Selbst Leser, die ihren Auftritt im deutschsprachigen Raum mit Interesse und Sympathie beobachten, wünschen sich mitunter, dass
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9. Juli 2008, Neue Zürcher Zeitung
Passion und Pathos
«Liebe, Lüge, Libertinage» – ein Essayband von Pia Reinacher
In ihrem Roman «Animal triste» erzählt Monika Maron die Geschichte einer Frau, die sich in einen Mann verliebt. Sie hat der Liebe längst abgeschworen, altershalber und enttäuschungsbedingt; er ist verheiratet. Auf den Einfall der Liebe war sie nicht gefasst, und
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8. Juli 2008, Neue Zürcher Zeitung
Schwarz und Weiss gibt noch keinen Regenbogen
Ivan Vladislavic erkundet Johannesburg nach dem Ende der Apartheid
«Versuchen Sie einmal, aus Johannesburg und Soweto eine Stadt zu machen: Das ist so gut wie unmöglich. Die Wohnbereiche der Schwarzen und der Weissen sind ja nicht einmal benachbart, sie liegen 20 Kilometer voneinander entfernt. Und dieses Muster findet sich überall.
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8. Juli 2008, Neue Zürcher Zeitung
Die Logik des Intimen
Franz Kafkas Leben und Welt – Neuerscheinungen zum 125. Geburtstag des grossen Dichters
1923, auf dem Höhepunkt der Inflation, zog Franz Kafka nach Berlin. Er war wohlhabend genug, sich im Bezirk Schöneberg ein Haus kaufen zu können, stolz gab er im Berliner Adressbuch als Beruf «Eigentümer» an. Sonst ist über diesen «Franz Kafka»
...
8. Juli 2008, Neue Zürcher Zeitung
Was es heisst, Gerechtigkeit zu verlangen
Rainer Forst entwirft den Menschen als Rechtfertigungswesen
Es hat sich an deutschen und schweizerischen Universitäten eingebürgert, Forschung mit überregionaler Strahlkraft mittels einer Leuchtturm-Metapher zu umschreiben. Was die Philosophie betrifft, so leuchtet wohl kaum ein Leuchtturm aus dem deutschsprachigen Raum so hell wie der der «Frankfurter Schule» um
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5. Juli 2008, Neue Zürcher Zeitung
Am Meridian der Verzweiflung
Am Meridian der Verzweiflung
Jdl. «Anno fünfundvierzig» und «Jenseits von dem Meridian der Verzweiflung» hat der österreichische Schriftsteller Robert Neumann einen Roman angesiedelt, der ein Dokument der NS-Zeit nicht minder ist als der Nachkriegsjahre. «Die Kinder von Wien» ist Überlebensliteratur zwischen Schelmen- und Schurkenstück.
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5. Juli 2008, Neue Zürcher Zeitung
Polnisches Berlin
Polnisches Berlin
Qet. «Berlin lebt!», schreibt Aleksander Rogalski 1946, «es lebt fast so, als ob nichts passiert wäre». Dass seine Bemerkung nicht nur auf die deutsche Metropole während der unmittelbaren Nachkriegszeit zutrifft, sondern von nahezu zeitloser Gültigkeit ist, beweist ein Lesebuch, das
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5. Juli 2008, Neue Zürcher Zeitung
Archiv und Geschichte
Archiv und Geschichte
lx. Von Archiven ist heute, in den Zeiten ihrer elektronischen Reproduzierbarkeit, nicht allzu selten die Rede. Doch hat das technologische Erschliessen von Daten und Fakten noch viel zu tun mit dem Archiv im historischen Verständnis? Ein Archiv: Das war einmal
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5. Juli 2008, Neue Zürcher Zeitung
In Italien
In Italien
upj. Nicht nur Goethe und die Deutschrömer, auch den Berner Patrizier Karl Viktor von Bonstetten (1745–1832) hat es nach Italien gezogen. Auf seiner ersten Italienreise, die 1773 begann und nahezu ein Jahr dauerte, reiste Bonstetten bis nach Rom und Neapel.
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5. Juli 2008, Neue Zürcher Zeitung
Sinn und Form
Sinn und Form
rox. Die 1949 von Johannes R. Becher als Kulturorgan der DDR gegründete Zeitschrift «Sinn und Form» zeichnete sich – im Gegensatz zur sonst allgegenwärtigen politischen Zensur auch in der Literatur – gegen aussen durch eine gewisse Liberalität aus. In den
...
5. Juli 2008, Neue Zürcher Zeitung
«Libertinage»
«Libertinage»
cor. Den weiblichen Zivilstand zu beschreiben, kann zuweilen einem kleinen Parforceritt durch eine Biografie gleichen. So gewiss bei jener Dame, die namensrechtlich korrekt als Caroline, geborene Michaelis, verwitwete Böhmer, geschiedene Schlegel, verheiratete Schelling zu bezeichnen ist. Im Alter von gerade
...
5. Juli 2008, Neue Zürcher Zeitung
Im Zerrspiegel
Michael Burleigh über den Kampf zwischen Politik und Religion
Am Ende des 1200-seitigen Opus ist der Leser erschöpft und das Abendland seinem Untergange verdammt nahe. Das Szenario ist duster: Ein in den «swinging sixties» weichgespültes, kulturell relativistisch gewordenes Europa gebe sich liberalen Illusionen anheim. In den Vereinigten Staaten werde
...
5. Juli 2008, Neue Zürcher Zeitung
Schwarzmarkt
Schwarzmarkt
Vier Jahre nach «Double Indemnity» drehte Billy Wilder die ungleich frivolere Geschichte «A Foreign Affair» im Berlin der Nachkriegszeit, die von der Kapitulation der Moral in den amerikanischen Besatzungstruppen handelt. Marlene Dietrich gibt die verführerische Nachtklub-Sängerin Erika, der der Entnazifizierungs-Offizier
...
5. Juli 2008, Neue Zürcher Zeitung
Schwarzer Film
Schwarzer Film
Billy Wilders düsteres Mordkomplott «Double Indemnity» aus dem Jahr 1944 gilt – nebst Howard Hawks' «The Big Sleep» und Robert Siodmaks «The Spiral Staircase» – als ein erster Höhepunkt in der Geschichte des amerikanischen Film noir, wobei der Film sämtliche
...
5. Juli 2008, Neue Zürcher Zeitung
Edelstein in Schwarz-Weiss
Edelstein in Schwarz-Weiss
Es ist eine ganz seltene japanische Seidenblume aus der Stummfilmära, die The Milestone Cinematheque hier in einer Spezialedition zum Blühen gebracht hat: Die fernöstliche Künstlersaga «The Dragon Painter» aus dem Jahr 1919, die den japanischen Schauspieler Sessue Hayakawa während seines
...
5. Juli 2008, Neue Zürcher Zeitung
Zum Abheben
Zum Abheben
als. Sie zeichnet Luftschlösser in den Himmel und pustet sie wieder weg, wie tibetische Mönche ihre Mandalas nach vollendeter Arbeit wegwischen – hell, heiter, gelassen, nur manchmal auch mit einem kleinen Schuss bodenständiger Melancholie: Die Lyrik der im Aargau lebenden
...
5. Juli 2008, Neue Zürcher Zeitung
Hegel in Sibirien
Hegel in Sibirien
Id. In einem kleinen, zwischen Spekulation und Polemik changierenden Essay geht der ungarische Publizist László Földényi der bis anhin nie gestellten Frage nach, weshalb Fjodor Dostojewski an seinem sibirischen Verbannungsort Semipalatinsk bei der Hegel-Lektüre in Tränen ausbrach. Es muss um
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5. Juli 2008, Neue Zürcher Zeitung
Ansichten eines Liebhabers
Iso Camartin erzählt «Geschichten des Herrn Casparis»
Wir dürfen uns Herrn Casparis wohl guten Gewissens ein wenig verschroben vorstellen. Wir wissen von ihm nur gerade so viel: Er versieht eine Stelle als Bibliothekar in einer Kantonshauptstadt und ist also von Berufes wegen äusserst belesen; doch auch die
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5. Juli 2008, Neue Zürcher Zeitung
Aufguss der Moderne
«Die Angel meines Grossvaters» – Erzählungen des Literaturnobelpreisträgers Gao Xingjian
Manchmal schreibt Gao Xingjian, der chinesische Literaturnobelpreisträger des Jahres 2000, dermassen «formalistisch», «modernistisch» oder auch «dekadent» nach dem Urteil der parteioffiziellen Kritik im Zeichen des «sozialistischen Realismus», dass sich auch westliche Leser fragen mögen, mit welchem Recht seinem Werk «universelle