Mittwoch, 07. Januar 2009, 05:03:08 Uhr, NZZ Online
Frühere Einheitspartei PAIGC klare Siegerin
(sda/dpa) Wie die Wahlkommission am Freitag in der Hauptstadt Bissau mitteilte, gewann die PAIGC bei der Abstimmung am vergangenen Sonntag nach dem vorläufigen Endergebnis 67 der 100 Sitze im Parlament, 22 mehr als bisher. Damit errang zum ersten Mal seit der Einführung eines Mehrparteiensystems vor 14 Jahren in der ehemaligen portugiesischen Kolonie eine Partei mehr als zwei Drittel der Mandate.
Die PAIGC hatte bis zum Sommer einer Mehrparteienkoalition angehört. Im August setzte Staatspräsident João Bernardo Vieira die von der Partei geführte Regierung ab und nominierte ein Übergangskabinett unter Ministerpräsident Carlos Correia.
Wie die portugiesische Nachrichtenagentur Lusa berichtete, gewann die PRS (Partei für Soziale Erneuerung) von Ex-Präsident Kumba Ialá 28 Sitze, 7 weniger als vor vier Jahren. Die Wahlbeteiligung erreichte mit 82 Prozent den höchsten Wert in der Geschichte des Landes.
Die Wahl stand im Schatten des internationalen Drogenhandels. Guinea-Bissau ist in den vergangenen Jahren zu einem wichtigen Umschlagplatz für Kokain geworden, das internationale Rauschgift-Mafiaorganisationen von Lateinamerika nach Europa schmuggeln. Die Politiker der verschiedenen Parteien warfen sich gegenseitig vor, den Wahlkampf mit Drogengeldern zu finanzieren.
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