Mittwoch, 08. Oktober 2008, 03:43:49 Uhr, NZZ Online
Präsident Simbabwes für Bildung einer Allparteien-Regierung
(ap) Unter wachsendem internationalem Druck hat sich der simbabwische Staatschef Robert Mugabe nach Angaben seines Aussenministers zu einer gemeinsamen Regierung mit der Opposition bereit erklärt. Mugabe wolle eine Regierung bilden, an der alle politischen Parteien beteiligt seien, sagte Aussenminister Simbarashe Mumbengegwi am Dienstag bei einem Besuch in Burkina Faso. Inwieweit auch Oppositionsführer Morgan Tsvangirai eingebunden werden soll, sagte der Minister nicht.
Mumbengegwi traf in Ouagadougou mit dem Präsidenten von Burkina Faso, Blaise Compaore, zusammen. Der westafrikanische Staat gehört zurzeit dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen an. Dessen Mitglieder berieten am Dienstag über mögliche Sanktionen gegen Simbabwe. Aus Kreisen Frankreichs und der USA verlautete, dass es eine Mehrheit dafür gebe, dass aber Russland mit seinem Veto gedroht habe. Eine Abstimmung wird noch in dieser Woche erwartet.
Die sieben führenden Industriestaaten und Russland (G-8) verständigten sich bei ihrem Gipfel in Japan nach zähem Ringen darauf, die Wahl Mugabes als nicht rechtmässig zu verurteilen. Die Staatengruppe forderte den Beginn von Gesprächen zu einer friedlichen Beilegung der Krise in dem südafrikanischen Land.
Noch beim Gipfeltreffen der Afrikanischen Union (AU) vor einer Woche in Ägypten hatte Mugabe die Forderung nach einer Teilung der Macht abgelehnt. Der Präsident liess sich Ende Juni in einer Stichwahl ohne Gegenkandidaten für eine weitere Amtszeit wählen. Oppositionsführer Tsvangirai hatte die erste Wahlrunde im März gewonnen, aber nicht die notwendige absolute Mehrheit erhalten. Er zog sich wegen Übergriffen auf seine Anhänger aus dem Wahlkampf zurück.
G-8:
Mugabe Legitimität abgesprochen
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