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  • 8. Juli 2008, 20:53, NZZ Online

    Kein britisch-russisches Tauwetter

    Kein britisch-russisches Tauwetter

    London wirft Moskau Spionage vor

    Premierminister Brown trifft Russland Präsidenten Medwedew am G-8-Gipfel Premierminister Brown trifft Russland Präsidenten Medwedew am G-8-Gipfel (Bild: Reuters)
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    Das erste Treffen zwischen dem britischen Premierminister Brown und dem russischen Präsidenten Medwedew auf dem G-8-Gipfel war von britischen Vorwürfen wegen russischer Komplotte und Spionage im Zusammenhang mit dem Fall Litwinenko und russischer Schikanen gegen britische Interessen überschattet.

    Mr. London, 8. Juli

    Wenige Stunden nach dem ergebnislosen ersten Treffen zwischen dem britischen Premierminister Brown und dem neuen russischen Präsidenten Medwedew in Hokkaido am Rand des G-8-Gipfels hat das BBC-Fernsehen am Montagabend unter Berufung auf Geheimdienstquellen erklärt, dass der russische Staat in der einen oder anderen Form in das Attentat gegen den früheren KGB-Agenten Litwinenko in London verwickelt gewesen sei. Laut der BBC war auch ein Mordkomplott gegen den russischen Geschäftsmann Beresowski geplant. Beresowski hat in Grossbritannien politisches Exil erhalten.

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    Russland als «Sicherheitsrisiko»

    Es ist das erste Mal, dass eine offizielle, wenn auch anonyme Quelle direkt die russische Regierung – und nicht allein den russischen Geheimdienst – der Mitschuld am Mord anklagt. Litwinenko war 2006 mit Polonium vergiftet worden, einem seltenen radioaktiven Metall, das nicht auf dem Markt erhältlich ist. Grossbritannien hatte die Auslieferung des früheren Agenten und heutigen Abgeordneten Lugowoi als Hauptverdächtiger verlangt, was in Moskau mit Hinweis auf die Verfassung abgelehnt wird.

    Russland hat mehrmals ergebnislos die Überstellung von Beresowski gefordert. Die Überwachung eines russischen Agenten durch den britischen Geheimdienst hat offenbar auch die Aufdeckung eines möglichen Komplotts im vergangenen Jahr gegen Beresowski ermöglicht. Der Agent soll verhaftet und nach Russland deportiert worden sein. Er gilt heute als «verschwunden».

    Visa-Verweigerung für britische Manager

    Der neue Direktor des britischen Auslandgeheimdienstes, Evans, hatte bereits im November beklagt, dass die Zahl russischer Spione in Grossbritannien seit dem Kalten Krieg nicht abgenommen habe. Angeblich gibt es rund 30 Agenten, die unter diplomatischem Schutz arbeiten. Auf britische Klagen antwortete Moskau bündig, jeder spioniere gegen jeden, somit also auch Briten in Moskau. Russland wurde vor wenigen Tagen in London als grösstes Sicherheitsrisiko nach der Kaida und einer Bedrohung durch iranische Atomwaffen bezeichnet. Der Geheimdienst erklärte sogar, dass dies die Überwachung von Terroristen beeinträchtige. Brown sucht umgekehrt die Unterstützung Russlands gegen die hohen Erdölpreise und gegen die iranischen Atomprogramme.

    Die Beziehungen zwischen Grossbritannien und Russland bleiben damit auf einem Tiefstand. Die Moskauer Regierung war nach dem britischen Auslieferungsbegehren im Zusammenhang mit dem Fall Litwinenko gegen Vertretungen des British Council in Russland vorgegangen, angeblich wegen Steuerbetrugs und illegaler Operationen. Der letzte Konflikt betrifft das Joint Venture TNK-BP im Erdölsektor. Britischen Experten wurde das Visum verweigert, möglicherweise aufgrund von Intrigen reicher russischer Aktionäre. Medwedew führte bei seinem Treffen mit Brown für diese Schwierigkeiten rein administrative Probleme an, ohne weitere Garantien zur Sicherung der britischen Kontrollrechte in Sachen TNK-BP.

    . Lesen Sie mehr zum Thema Vorgeschichte: Der Fall Litwinenko
    Link: http://www.nzz.ch/nachrichten/international/wal_und_elefant_vergessen_nicht_1.531368.html

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