Donnerstag, 21. August 2008, 23:28:06 Uhr, NZZ Online
Reichweite bis nach Israel und zu US-Stützpunkten am Golf
(ap) Die iranischen Streitkräfte haben am Mittwoch nach einem Bericht des staatlichen Fernsehens neun Lang- und Mittelstreckenraketen getestet. Die Raketen wurden während eines Manövers der Revolutionsgarde im Persischen Golf abgefeuert. Unter ihnen war laut den Angaben auch eine neue Version der Shahab-3, die mit einer Reichweite von 2000 Kilometern israelisches Territorium erreichen könnte.
«Lustiger Witz»
Der Marine-Kommandant der Nationalgarde, General Hossein Salami, erklärte, die Übung demonstriere die Entschlossenheit des Landes gegenüber Feinden, die den Iran in den vergangenen Wochen bedroht hätten. Einen Tag zuvor hatte der iranische Präsident Ahmadinejad Befürchtungen vor einem möglicherweise geplanten Angriff Israels und der USA auf sein Land als «lustigen Witz» zurückgewiesen. Es werde keinen Krieg geben, sagte Ahmadinejad auf einer Pressekonferenz in Malaysia.
Die USA und Israel haben beide einen Angriff auf den Iran nicht ausgeschlossen um zu verhindern, dass der Iran in den Besitz von Atomwaffen kommt. Israel hatte im Juni im Rahmen eines Manövers Flugzeuge über das östliche Mittelmeer geschickt. In amerikanischen Kreisen hiess es, es könne eine Übung für einen Angriff auf eine iranische Atomanlage sein. Teheran versichert, dass sein Atomprogramm ausschliesslich der zivilen Nutzung dient.
Am Freitag hatte der Befehlshaber der Revolutionsgarde, General Mohammed Ali Jafari, noch einmal deutlich gemacht, dass der Iran jeden Angriff auf eine seiner Atomanlagen als Beginn eines Krieges betrachten werde.
Atomprogramm:
Weiter offene Fragen
Leser-Kommentare: 0 Beiträge