Dienstag, 06. Januar 2009, 21:28:37 Uhr, NZZ Online
de. Die vielleicht grösste Stärke der 1990 wiedergeborenen britischen Traditionsmarke Triumph ist neben einer klaren Produkt-Identität die konsequente Modellpflege. So ist nur ein Jahr nach der Lancierung der höchst erfolgreichen «kleinen» Street Triple eine aufwendigere Version «R» auf den Markt gekommen, die genau jene Schwächen ausmerzt, die der Street Triple trotz ihrem fast perfekten Auftreten noch angelastet werden konnten: ein (zu) weiches Fahrwerk und die eher stumpfen vorderen Schwimmsattel-Bremsen.
Und so hat Triumph reagiert: Man nahm die voll einstellbaren Aufhängungen der Supersportmaschine Daytona 675 sowie deren radiale Vier-Kolben-Bremszangen mit Radialpumpen, und schon stand das trotz seiner Schlichtheit furchteinflössende Sportgerät Street Triple R bereit. Wir haben die «R» in der Standardeinstellung gefahren, die straffer ist als beim alten Modell, und wir könnten uns kaum noch ein besseres Alltagsfahrwerk vorstellen. Es ist bestechend agil und transparent, liegt aber absolut ruhig auf der Strasse und bügelt auch grobe Beläge spielend glatt. Da ist selbst Fliegen nicht mehr schöner; höchster Fahrspass ist garantiert. Und die neuen Bremsen holen die kleine Triumph dann jederzeit wieder mit höchster Präzision und Effizienz in die erlaubten Geschwindigkeitsbereiche zurück.
Trotz den Fahrwerksqualitäten ist aber noch immer der Motor das wahre Kernstück der Street Triple. Der kleine 675er-Dreizylinder begeistert einmal mehr durch den enormen, kaum glaublichen Durchzug wie auch durch seine Drehfreude. Dieses Konzept scheint zurzeit das Optimum für die Strasse darzustellen. Es ist ein grosser Wurf, dessen Stärken Triumph konsequent in seine Imagepflege integriert hat. Kraftvoll, kultiviert und mit betörend rauem Ton – das ist die Essenz dieses Referenz-Triebwerks. Zusammen mit der grösseren Speed Triple 1050 bildet die Street Triple R ein respekteinflössendes Schwesternpaar. Der einzige gravierende Unterschied: der Kampfpreis der «Kleinen» von 13 290 Franken. Das sind genau vier Tausender weniger. Fast zu wenig für so viel Motorrad.
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