Donnerstag, 21. August 2008, 23:36:06 Uhr, NZZ Online
mbm. Der Name mutet etwas merkwürdig an, hat aber seine Logik und ist nicht das einzig Besondere am neuen Auto von Alfa Romeo. Die Bezeichnung MiTo ist aus einem Leserwettbewerb hervorgegangen und steht für die beiden Städte Mailand (Milano) und Turin (Torino). In der ersten Stadt befindet sich der Hauptsitz von Alfa Romeo, in der zweiten ist der Fiat-Konzern zu Hause, zu dem die Mailänder heute gehören. Mit dem Kleinwagen MiTo stösst Alfa aber auch in ein Fahrzeugsegment vor, in dem die Firma bis jetzt nicht vertreten war.
Äusserlich ist die Front des MiTo derjenigen des 8C ähnlich: der schildförmige Kühlergrill, ovale Scheinwerfer und eine Motorhaube, die vom Lufteinlass ausgehend bis zu den A-Säulen optisch ganz leicht hoch steht. Das Heck wird von zwei runden, relativ kleinen Leuchten und einem Heckspoiler geprägt. Die Seitenfenster sind schmal, wie das heute modern und für die hohe Gürtellinie nötig ist. Insgesamt hat Alfa ein schnörkelloses Auto mit schlichten Linien gebaut, das nur als Dreitürer erhältlich ist.
Der MiTo ist gut 4 Meter lang, 1,72 Meter breit und 1,44 Meter hoch und damit ein sportlicher Kompaktwagen. Ein Stichwort, das bei Alfa immer wieder fällt, ist: Downsizing für die Verbesserung des energetischen Wirkungsgrades. Darum wiegt der MiTo nur 1145 kg und hat günstige Verbrauchswerte. Trotzdem fehlt es an nichts, sieben Airbags und aktive Kopfstützen sind serienmässig. Auch das «DNA»-System gehört zur Serienausstattung und erlaubt es dem Fahrer, aus drei Einstellungen für das Fahrwerk auszuwählen. Über einen Schalter in der Mittelkonsole kann auf Dynamic, Normal oder All Weather gestellt werden. Der normale Modus ist für den Stadtverkehr gedacht, wo Wendigkeit und Komfort gefragt sind. Das Fahrwerk wird straffer, die Lenkung direkter und die Wankbewegung geringer, wenn man im Dynamic-Modus fährt. Die Allwetter-Einstellung empfiehlt sich für nasse, wenig griffige und schneebedeckte Unterlagen. Bei ersten Testfahrten zeigt sich, dass dieses System spürbar funktioniert. Dabei profitiert der wendige MiTo auch von seinem tiefen Schwerpunkt.
Der Innenraum des kleinen Alfa macht einen hochwertigen und eleganten Eindruck. Zwar ist der Fond für drei Personen ausgelegt, doch für Erwachsene wird es eng, und zwar für Beine und Kopf. Für Kinder ist der zur Verfügung stehende Raum aber in Ordnung. Etwas klein geraten ist das Heckfenster – entsprechend eingeschränkt ist die Sicht nach hinten. Im Normalzustand beträgt das Kofferraumvolumen 270 Liter. Alfa bietet den MiTo mit einem 1,4-Liter-Turbo-Benzinmotor mit 155 PS an. Dieses Aggregat hat ein maximales Drehmoment von 230 Nm, verbraucht auf 100 km durchschnittlich 6,5 Liter Treibstoff und stösst 153 Gramm CO 2 pro km aus. So motorisiert lässt sich der MiTo in 8 Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigen. Etwas langsamer, dafür sparsamer geht es mit dem 1,6-Liter-Turbo-Dieselmotor mit 120 PS und 320 Nm zu: Der Verbrauch liegt bei 4,8 Litern auf 100 km, der CO 2 -Ausstoss bei 126 Gramm pro km. Die 100-km/h-Marke ist aus dem Stand nach 9,9 Sekunden erreicht. Beide Autos werden mit einem mechanischem Sechsganggetriebe geliefert.
In der Schweiz wird der MiTo ab Ende September in drei Ausstattungsvarianten auf den Markt kommen. Das Benzinmodell ist ab 28 500 Franken zu haben, das Dieselauto ab 27 900 Franken. 2009, allerdings voraussichtlich erst gegen Ende des Jahres, soll dann noch der GTA mit einem 1,8-Liter-Motor, der 230 PS leistet, dazukommen. Nicht in der Schweiz zu kaufen sein wird der MiTo Junior, das Einstiegsmodell mit 78 PS.
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