[Alt + 1] zur Startseite [Alt + 2] zum Seitenanfang [Alt + 3] zur allgemeinen Navigation [Alt + 4] zur Hauptnavigation [Alt + 5] zum Inhalt [Alt + 6] zu Tipps, Hinweise und Kurzinfos [Alt + 7] zur Suche [Alt + 8] zum Login von MyNZZ [Alt + 9] zur Fusszeile
.
  • 2. September 2008, Neue Zürcher Zeitung

    Die Wellenmaschine

    Die Wellenmaschine

    Die 400 PS starke X-Star von Mastercraft ist das Flaggschiff unter den Wakeboard-Booten

    Die Mastercraft auf dem Zürichsee zieht eine Welle hinter sich her, wie sie Wakeboarder lieben. Die Mastercraft auf dem Zürichsee zieht eine Welle hinter sich her, wie sie Wakeboarder lieben. (Bild: NZZ / Karin Hofer)
    Toolbox
    Druckansicht
    Wasserskifahren ist out, Wakeboarden ist in – zumindest unter dem Nachwuchs der motorisierten Wassersportler. Damit haben sich aber auch die Anforderungen gegenüber den Zugfahrzeugen verändert. Ganz der perfekten Welle verpflichtet sind die Boote von Mastercraft.

    rel. Der Motorensound verrät, womit man es zu tun hat. «Wie der einer Harley oder eines US-Strassenkreuzers aus den 50ern», denkt man unweigerlich, und die Assoziation ist so abwegig nicht: Neben dem tiefen, grollenden Motorengeräusch, das die langsame Fahrt aus der Uferzone hinaus begleitet, lassen die Form und der Chromstahlglanz der Armaturen keinen Zweifel daran, woher das Boot stammt: aus dem schönen Gliedstaat Tennessee, wo Mastercraft seit 1968 Sportboote baut, die zuerst auf den Wasserskisport ausgerichtet waren, inzwischen aber in erster Linie die Wakeboarder in Entzücken versetzen – auch eine wachsende Gemeinschaft in der Schweiz.

    Anzeige
    .
    .

    Der Blick zurück

    Das Flaggschiff unter den Wakeboard-Zugmaschinen ist die Mastercraft X-Star, und die Gründe dafür offenbaren sich, wenn man den Gashebel hinunterdrückt, wenn aus dem Grollen ein Brüllen wird und das Boot rasant beschleunigt. 400 PS entwickelt der 6-Liter-Motor. Damit ist die X-Star mit ihren 2,2 Tonnen alles andere als untermotorisiert. Doch eindrücklicher noch als die Kraft des Motors und die Beschleunigung ist das Fahrverhalten. Wie man es hierzulande von Qualitätsbooten aus den Werften Pedrazzini oder Boesch kennt, verfügen die Mastercraft-Modelle ebenfalls über eine starre Welle. Dadurch ergibt sich nicht nur ein geringerer Kraftverlust gegenüber dem heute weitverbreiteten Z-Antrieb. Das Antriebssystem lässt einen vor allem ein besonderes Fahrgefühl erleben. Bringt man die X-Star auf Touren, bleibt sie in ausgeglichener Trimmlage fast waagrecht im Wasser. Auch bei hohen Geschwindigkeiten lässt sie sich in engen Kurven sicher steuern. Man spürt zwar die auf das Ruder einwirkende Kraft, fühlt aber auch die Kurssicherheit des Gleiters.

    Tempomat und Musikanlage

    Was aber die X-Star gegenüber anderen Booten mit oder ohne starre Welle als ideal für Wakeboarder auszeichnet, zeigt sich beim Blick zurück. Die Mastercraft zieht eine Kielwelle hinter sich her, die wie gemeisselt wirkt: kein Schaum, aber auch nicht zu steil, dafür umso gleichmässiger. Das ist die Welle, wie sie Wakeboarder lieben, und sie ist auch der Grund, weshalb die Wakeboard-Gemeinschaft der X-Star fünf Jahre in Folge den Titel «Riders Choice of the Year» verliehen hat. Mit der X-Star werden auch hierzulande Wettkämpfe ausgetragen, und für die Schulung kommt sie ebenfalls zum Einsatz, beispielsweise bei der Wakeboardacademy auf dem Zürichsee. Das Boot erzeugt diese Welle ohne irgendwelche Hilfen von zusätzlichen Trimmklappen; wenn es sein muss, kann man auf diesen Steilhängen aus Wasser gar reiten wie auf einer Brandungswelle. Ebenfalls ganz aufs Wakeboarden zugeschnitten ist der Tempomat, der das Boot auch bei etwas Seegang nur um wenige Zehntelsekunden von der Wettkampfgeschwindigkeit von etwa 36 km/h abweichen lässt. Hinzu kommen drei Ballasttanks, die insgesamt 600 Liter Wasser fassen, wodurch sich die Trimmlage der gewünschten Geschwindigkeit oder Wellenform anpassen lässt.

    Natürlich gehört zu einem Wakeboard-Boot auch der sogenannte Tower mit den Halterungen für die Bretter. Die ganze Konstruktion ist nicht nur solide. Die Details verraten, dass am Design und beim Engineering auch die Sportler mitgedacht haben und Mastercraft seit der ersten Baureihe speziell für Wakeboardboote im Jahr 1997 nicht stehengeblieben ist: Die Bretter werden über eine einfache Klemmvorrichtung arretiert, die Halterungen sind um 180 Grad drehbar. Auch den musikalischen Sound zum gewagten Wakeboard-Sprung kann die Mastercraft liefern; die eingebaute Musikanlage, an die sich selbstverständlich der mitgebrachte MP3-Player anschliessen lässt, vermag gar das Motorengeräusch zu übertönen.

    Katalysator ist Standard

    Die X-Star ist rund 6,7 Meter lang und etwa 2,5 Meter breit. Sie ist für 11 Personen zugelassen. Allerdings finden sich in der Mastercraft-Palette auch Boote mit einer Länge von bis zu 8,6 Metern. Und wen der Tower zu sehr unter Zwang zur sportlichen Extremleistung stellt, dem bietet sich mit der Maristar-Serie eine entschärfte Version. Ohnehin versucht sich Mastercraft auch als Hersteller von Familienbooten zu positionieren – von Schiffen, die nachgerade den Familienzusammenhalt fördern sollen. «Besitzen die Eltern ein solches Boot, haben die Kinder wenigstens einen Grund, am Wochenende auf den See mitzukommen», sagt Dieter Hofer, Mastercraft-General-Importeur für die Schweiz und Italien. Gleichzeitig hat aber auch die sportliche Version genügend Platz, um sich der Sonne entgegenzuräkeln. Die Erfrischung fährt in der geräumigen Kühlbox mit.

    Um eine X-Star zu besitzen, muss man allerdings bereit sein, über 100 000 Dollar hinzublättern – die Preise werden grundsätzlich in amerikanischer Währung angegeben. In Zeiten steigender Treibstoffpreise kann der Verbrauch einer 6-Liter-Maschine den Spass schon etwas trüben. 20,3 Liter Benzin pro Stunde verbrauche das Boot im Schulbetrieb, gibt Hofer an, vergisst aber auch nicht zu erwähnen, dass dies ein Drittel weniger sei als bei einem vergleichbaren Z-Antrieb. Auch haben Mastercraft-Motoren noch andere Eigenschaften, die das Gewissen beruhigen: Sie verfügen standardmässig über einen Katalysator. Die strengen Umweltauflagen in Kalifornien haben den Hersteller dazu gezwungen.

    Doch auch für die Schweiz wäre der Katalysator unerlässlich gewesen, hätte der Bund die Abgasnormen auf Seen nicht wieder den toleranteren EU-Werten angepasst. Aber was man hat, das hat man, und immerhin lässt es sich mit einer Mastercraft dank der umweltschonenden Technik auch auf dem Bodensee cruisen. Für Hofer ist zudem klar, dass man über alternative Motoren nachdenken muss, auch in den sonst so unbekümmerten USA. Sollten diese Alternativen jedoch irgendeinmal auf den Markt kommen, könnte das schon etwas auf den Wiederverkaufswert der Occasionen drücken, der heute noch erstaunlich hoch ist.

     


    .
    Leserkommentare ein- und ausblenden Leser-Kommentare: 0 Beiträge
    .
    Um selbst einen Leser-Kommentar abgeben zu können, müssen Sie sich hier anmelden. Bitte beachten Sie die für Leser-Kommentare geltenden Richtlinien und Copyright-Bestimmungen.
[Alt + 9] zum Seitenanfang