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  • 24. August 2008, NZZ am Sonntag

    Den mögen auch Frauen

    Den mögen auch Frauen

    Der neue Gran Turismo von Maserati. Der neue Gran Turismo von Maserati. (Bild: HAG.)
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    Ein Sportwagen ist für viele Männer ein Traum. Frauen finden dies oft nur peinlich − nicht aber im Falle von Maserati

    Nüchtern betrachtet, braucht kein Mensch einen Sportwagen − ebenso wenig, wie man einen SUV braucht. Ein alter Fiat Panda 650, inzwischen vielleicht etwa 1500 Franken teuer, transportiert auch vier Leute, hält in jedem Stadtverkehr problemlos mit und schafft auf der Autobahn auch die bei uns erlaubten 120 km/h. Wozu also ein Maserati? Probieren wir's doch einfach einmal aus.

    Das Fahrzeug, das uns der Schweizer Importeur für ein Wochenende überliess, war fast schwarz, hatte vorne ein bedrohliches aufgesperrtes «Maul» und über den breiten Hinterreifen so etwas wie «Hüften», die auch Gina Lollobrigida zur Ehre gereicht hätten. Ein sexy Monster, eine Predator auf Rädern. Innen roch der neue Granturismo angenehm nach Leder und schwach nach dem Eau de Toilette jenes Testpiloten, der mit dem Wagen davor eine Woche das Tessin durchkreuzt und darüber in der «Weltwoche» geschwärmt hatte. Er wie wir stellten zufrieden fest: Die gut konturierten Sitze nehmen auch jene Menschen gastfreundlich auf, die etwas grösser als das italienische Durchschnittsmass sind.

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    Übersichtlich ist das Auto mit der langen Schnauze und dem hohen Heck allerdings nicht, weswegen es auf den ersten Metern von seinem Besitzer aus der Parkgarage gezirkelt wurde. Dann aber ging's los: 500 Kilometer kreuz und quer durch Helvetien, um zu sehen, was das Biest leistet und wie die Welt darauf reagiert. Die erste Erkenntnis gewinnt man schnell, und sie hält sich bis zum Schluss: Umständlich zu fahren ist der italienische Schönling nicht, im Gegenteil. Sitzt man einmal drin, zeigt sich dieser Maserati von der gemütlichen Seite. Er ist kein Renner und Brüller, sondern ein entspannter Tourer. Erst wenn man ihn richtig fest tritt, wird er auch mal giftig. Dann wechselt man vielleicht vom Automatik-Modus zu den von Hand geschalteten Gängen.

    Die grosse Überraschung ist aber die: Wo man mit einem Maserati Granturismo hinkommt, wird einem freundlich zugewinkt. Er ist ein Sympathieträger, was man von einem Lamborghini oder Ferrari ja nicht immer behaupten kann. Kleine Jungs am Strassenrand reissen die Daumen hoch. Der Schwager will unbedingt auch eine Runde fahren − es werden zwei. Männer bleiben stehen und gucken, bis der sanfte Bass des Motors in der Ferne entschwindet. Und das Beste: Frauen wenden sich nicht peinlich berührt ab, wenn man mit dem Ding anrollt, sondern scheinen ihn zu mögen. Sie wollen ihn sogar anfassen.

    Fazit: Der Granturismo ist ein Auto für den solventen Gentleman − er braucht gut 172 000 Franken −, der nicht primär laut in der Welt herumdonnern und seine Freunde beeindrucken will, sondern ein Instrument für den Verführer, der auch die feinen Zwischentöne beherrscht. Frauen sagen, dass es diesen Typus Mann heute aber nicht mehr gibt. Wir halten dagegen und sagen: Vielleicht gibt es ihn doch, aber vielleicht fährt er ja zur Tarnung einen alten Fiat Panda? Jeroen van Rooijen

     

    Es geht noch sportlicher

    Es geht noch sportlicher

    Wer es noch opulenter will: Von dem hier getesteten Fahrzeug gibt es auch eine «S»-Version, die aus einem 4,7 Liter grossen V8-Motor 440 PS herauskitzelt und dank elektrisch gesteuertem Renngetriebe mit MC-Shift-Schaltung und Sportauspuff unter 5 Sekunden auf 100 km/h spurtet. Mit einer Spitzenleistung von 295 km/h ist der Granturismo S der schnellste je in Serie gebaute Maserati. (jvr.) www.maserati.ch


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