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  • 4. September 2008, Neue Zürcher Zeitung
    Die internationalen Rohwarenmärkte im August

    Der Erdölpreis rutscht wieder in die Nähe von 100 Dollar

    Der Erdölpreis rutscht wieder in die Nähe von 100 Dollar

    Verstärkte Preisverluste bei den Rohwaren seit Anfang September

    Ölraffinerie in Norco, Louisiana Ölraffinerie in Norco, Louisiana. (Bild: Reuters)
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    Die Rohwarenpreise haben im August nur halb so viel nachgegeben wie im Juli. Nach der erneuten Verstärkung des Trends im September stellt sich aber die Frage, ob derzeit eine Preisblase platzt.

    Die internationalen Rohwarenmärkte im August

    Fdr. Vancouver, 3. September

    Zwar sind die Preise an den internationalen Rohwarenmärkten im August weit weniger zurückgegangen als im Vormonat, doch hat sich die Entwicklung im September wieder verstärkt. Nun stellt sich erneut die Frage, ob hier eine «Rohwaren-Blase» zusehends Luft ablässt. Zwischen Anfang August und den ersten Septembertagen verlor der DJ-AIG-Index insgesamt rund 10%, und auch die Kennzahl von Goldman Sachs (GSCI) wich um 11,2% zurück, nachdem sie schon im Juli 12,3% verloren hatte. Der CRB-Index gab im August 5,8% oder gut die Hälfte der Korrektur des Vormonats preis, dazu gesellten sich in den ersten Septembertagen weitere Einbussen von rund 3,5%. Der DJ-AIG-Index liegt nun um einige Punkte unter dem Stand von Anfang Jahr. Die CRB-Kennzahl dagegen vermochte sich bisher knapp über dem Wert zu Jahresbeginn zu behaupten, und auch der GSCI weist seit damals noch einen – allerdings stetig schrumpfenden – Zuwachs auf. Dies hängt wesentlich damit zusammen, dass Erdöl immer noch etwas teurer ist als zu Beginn des Jahres.

    Opec-Entschluss im Vordergrund

    Zwar lag der Erdölpreis am Mittwoch immer noch bei rund 108 $ pro Fass, doch sind viele Beobachter mittlerweile der Meinung, über kurz oder lang werde er wieder die Marke von 100 $ pro Fass touchieren. Noch vor wenigen Monaten hätte diese Aussicht erhebliche Unruhe in die globale Konjunkturszene gebracht, nun wird sie von einem Gefühl der Erleichterung begleitet. Die Chancen für einen weiteren Preiszerfall gründen auf mehreren Argumenten. Zum Ersten zeigt sich der Dollar wieder stärker. Dieser Trend könnte, sofern er anhält, zumindest eines der Motive für die Avancen der Rohwarenpreise im ersten Halbjahr eliminieren. Zum Zweiten ging in den USA – trotz Konjunkturschwäche immer noch der grösste Erdölkonsument der Welt – per Anfang September die offizielle Reisesaison zu Ende und für einige Zeit dürfte damit die Benzinnachfrage noch kleiner werden, derweil der Bedarf für Heizöl erst später im Jahr steigen wird.

    Damit ist aber noch nicht sicher, ob sich der Abwärtstrend beim Erdöl fortsetzt. So ist die Sturmsaison im Golf von Mexiko noch nicht ausgestanden, und auch geopolitische Ereignisse könnten eine Entspannung möglicherweise gefährden. Wie der Konflikt zwischen Russland und Georgien gezeigt hat, muss dies aber nicht unbedingt der Fall sein. Das unmittelbar grösste Fragezeichen ist derzeit wohl die bevorstehende Opec-Konferenz am 9. September in Wien. Iran plädiert dabei nicht unerwartet für eine Reduktion der Fördermenge, wohingegen sich Venezuela eher zurückhält. Saudiarabien, das in Wien erneut den Ton angeben dürfte, hat sich bisher nicht geäussert. Beobachter glauben indessen kaum, dass Riad aus kurzfristigen Überlegungen einem Entscheid zustimmen wird, der die ökonomische Basis seiner weltweiten Kundschaft in einem Moment untergräbt, in dem sie konjunkturell ohnehin geschwächt ist. Dies ist der dritte Grund zugunsten eines weiteren Abwärtstrends des Erdölpreises.

    Edelmetallpreise unter Druck

    Nicht wenige Beobachter sind allerdings überzeugt, dass der Erdölpreis auf mittlere bis längere Frist wieder zulegen wird. Erdöl ist unterdessen nicht die einzige Rohwarennotiz, die sich in letzter Zeit rückläufig entwickelt hat. Von jenen 21 Rohwaren, deren Preisentwicklung die Deutsche Bank täglich verfolgt, zeigen seit Jahresmitte nur gerade 5 positive Veränderungen, während die weltweit wichtigsten Rohwaren Korrekturen von 5% bis 40% aufweisen. Die Preise der meisten Metalle sind zurückgefallen, und auch im Agrarsektor haben sich die Preise weit von ihren diesjährigen Höchstwerten entfernt. Die Edelmetallpreise, die laut DJ-AIG-Index im Jahresverlauf per Ende August 5 Prozentpunkte eingebüsst haben, scheinen sich ebenfalls weiter zurückzuziehen. Der Platinpreis etwa hat seit März rund 45% eingebüsst.

     


    . Lesen Sie mehr zum Thema Artikelserie: Die internationalen Rohstoffmärkte
    Link: http://www.nzz.ch/finanzen/rohstoffe/internationale_rohstoffmaerkte_2.45169

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